ServiceNow Brazil Upgrade mit ATF absichern

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ServiceNow Brazil Upgrade mit ATF absichern

Das Brazil-Upgrade erreicht ServiceNow-Kunden laut Planung Anfang November 2026, und eine ATF-Regressionssuite zeigt am Morgen nach dem Testlauf, welche Prozesse sich verändert verhalten.

ATF steht für Automated Test Framework, das in die Plattform integrierte Werkzeug für automatisierte Tests. Es öffnet Formulare, setzt Felder, löst Genehmigungen aus und prüft Ergebnisse, so wie es ein Tester von Hand tut, nur in jedem Release identisch und über Nacht.

Dieser Artikel zeigt in fünf Schritten, wie Sie die Suite rechtzeitig aufbauen, welche Bausteine ServiceNow dafür liefert und woran Projekte in der Praxis scheitern.

Warum das Brazil-Upgrade in den Jahreswechsel fällt

Seit 2026 erscheinen die ServiceNow-Hauptreleases im zweiten und vierten Quartal. Australia ging am 5. Mai 2026 in die allgemeine Verfügbarkeit, Brazil wird für Anfang November 2026 erwartet.

ServiceNow unterstützt jeweils das aktuelle und das vorherige Release. Wer Australia einsetzt, muss das nächste Upgrade also rechtzeitig einplanen. Die Testphase auf der Testinstanz landet damit im Dezember, zwischen Jahresabschluss, Urlaubszeit und Budgetplanung.

Genau in diesem Zeitraum sind Key User und Process Owner am knappsten verfügbar. Eine manuelle Abnahme bindet sie für mehrere Tage. Eine ATF-Suite verlegt diese Arbeit in den Nachtlauf und liefert am Morgen eine Liste mit allen Abweichungen.

Bis Anfang November bleiben rund vier Wochen. Das reicht, um die Kernprozesse abzusichern, wenn der Start jetzt erfolgt.

Was ATF abdeckt und wo seine Grenzen liegen

ATF testet, was sich als Ablauf beschreiben lässt: Klicks, Eingaben, Genehmigungen und Ergebnisse in der Instanz.

Das deckt ATF ab:

  • Formulare mit Client Scripts und UI Policies
  • Datensätze, Business Rules und Genehmigungsketten
  • Katalogartikel und Record Producer
  • REST-Aufrufe und Integrationen
  • Service Portal und Oberflächen auf Basis von UI Builder

Das bleibt Aufgabe Ihres Teams:

  • Neue Funktionen aus dem Release, für die noch kein Test existiert
  • Sonderfälle, die nur ein Key User kennt
  • Drittsysteme außerhalb der ServiceNow-Instanz

ATF läuft auf Test- und Entwicklungsinstanzen. Auf Produktionsinstanzen bleibt die Testausführung standardmäßig abgeschaltet. Die Suite arbeitet deshalb auf einem frischen Klon der Produktion, der echte Konfiguration und realistische Datenmengen enthält.

In fünf Schritten zur Regressionssuite vor dem Upgrade

Der Ablauf folgt einem Prinzip: erst messen, dann ändern. Die Suite läuft einmal auf dem aktuellen Release und einmal nach dem Upgrade, so lassen sich Abweichungen eindeutig dem Upgrade zuordnen.

  1. Risiko-Landkarte erstellen. Customizing, Integrationen und Incident-Historie zeigen, welche Prozesse bei einem Ausfall am meisten kosten. Daraus entstehen die fünf bis zehn Prozesse, die zuerst abgesichert werden.
  2. Testinstanz frisch klonen. Der Klon der Produktion liefert reale Konfiguration. Personenbezogene Daten werden dabei anonymisiert.
  3. Grundabdeckung erzeugen. Der ATF Test Generator und Now Assist for Test Creation liefern in kurzer Zeit eine breite Basis aus Formular-, Katalog- und Record-Producer-Tests.
  4. Fachliche Prüfungen ergänzen. Genehmigungsketten, SLA-Verhalten, Rollenvarianten und Integrationen schreibt der Process Owner gemeinsam mit dem Berater als gezielte Tests.
  5. Nachtlauf einrichten und Baseline ziehen. Die Suite läuft zeitgesteuert auf dem aktuellen Release. Nach dem Upgrade der Testinstanz folgt derselbe Lauf, und der Vergleich beider Ergebnisse ergibt die Nacharbeitsliste.
Fünf Schritte führen vom Risiko zur NacharbeitslisteFünf Schritte führen vom Risiko zur Nacharbeitsliste1Risiko-Landkarte2Testinstanzklonen3Grund-abdeckung4FachlichePrüfungen5Nachtlauf undBaselineLauf vor dem Upgrade und Lauf danach: der Vergleich ergibt die Nacharbeitsliste
Ablauf in fünf Schritten bis zur Nacharbeitsliste

Die Grafik fasst den Ablauf zusammen: Aus der Risiko-Landkarte wird eine Suite, und zwei Nachtläufe liefern die Liste für die Nacharbeit.

Test Generator, Cloud Runner und Now Assist im Vergleich

ServiceNow liefert drei Bausteine, die den Aufbau und die Ausführung beschleunigen. Welche davon zu Ihrer Instanz passen, hängt von Hosting und Lizenz ab.

Baustein Aufgabe Voraussetzung Wichtig zu wissen
ATF Test Generator Erzeugt auf Knopfdruck Tests für Formulare, Katalogartikel und Record Producer Store-App, Rolle admin Pro Zeitpunkt läuft eine Generierung, weitere reihen sich ein
Cloud Runner Führt Tests auf der von ServiceNow gehosteten Infrastruktur aus, auch zeitgesteuert Cloud-Instanz, Property sn_atf.runner.enabled auf true Die Installation löst automatisch einen Change zur Aktivierung von mTLS aus
Scheduled Client Test Runner Führt Tests auf einem eigenen Rechner im Firmennetz aus Dedizierte Maschine mit Browser Passt zu selbst gehosteten Instanzen, wie sie bei Behörden verbreitet sind
Now Assist for Test Creation Wandelt Beschreibungen in natürlicher Sprache in ATF-Tests um Now-Assist-Lizenz Lizenzumfang vorab mit dem Account Manager klären

Die generierten Tests dienen als Startpunkt. Ihren vollen Wert entfaltet die Suite, wenn ein Mensch die Treffer prüft, Dubletten entfernt und die fachlichen Sonderfälle ergänzt.

Stolpersteine aus der Praxis und wie Sie sie umgehen

  • Generierte Tests prüfen. Der Generator erzeugt viel, aber ein Teil davon bringt wenig Nutzen. Dubletten und wacklige Tests lassen die Suite bei jedem Lauf rot leuchten, bis das Team die Ergebnisse überblättert.
  • Klein starten. Zwanzig stabile Tests für die Kernprozesse bringen mehr als zweihundert, deren Ergebnis schwankt. Die Suite wächst, sobald die erste Version zuverlässig läuft.
  • Saubere Testdaten. ATF setzt Datensätze, die ein Test anlegt, nach dem Lauf zurück. Synthetische Testbenutzer und anonymisierte Klone schonen zudem den Datenschutz.
  • Change für mTLS früh einplanen. Die Installation des Cloud Runner löst automatisch einen Change aus. Wer ihn frühzeitig ins CAB bringt, gewinnt Tage im Zeitplan.
  • Pflege klar zuordnen. Pro Prozess kümmert sich eine Person um die Tests. Wer eine Konfiguration ändert, passt den zugehörigen Test im selben Change an.

Häufige Fragen zum Brazil-Upgrade und zu ATF

Wann erscheint ServiceNow Brazil?

Laut Planung geht Brazil Anfang November 2026 in die allgemeine Verfügbarkeit. Den verbindlichen Termin nennt der Release-Kalender in Ihrem ServiceNow-Support-Portal.

Läuft ATF auch auf selbst gehosteten Instanzen?

Ja. Cloud Runner setzt eine Cloud-Instanz voraus. Für selbst gehostete Instanzen eignet sich der Scheduled Client Test Runner auf einem eigenen Rechner im Firmennetz.

Womit beginnt die erste Suite?

Mit den fünf bis zehn Prozessen, deren Ausfall am meisten kostet. Typische Kandidaten sind Incident, Change, Katalogfreigaben, SLA-Definitionen und wichtige Integrationen.

Kann Now Assist ATF-Tests schreiben?

Ja. Now Assist for Test Creation wandelt Beschreibungen in natürlicher Sprache in ATF-Tests um. Ein Fachmann prüft jeden generierten Test, bevor er in die Suite wandert.

Ersetzt ATF die fachliche Abnahme?

ATF übernimmt die Wiederholung bekannter Abläufe. Key User prüfen weiterhin neue Funktionen und Sonderfälle. Ihr Aufwand sinkt, weil sie sich auf diese Punkte konzentrieren können.

Fazit: Jetzt starten, damit der Dezember ruhig bleibt

Eine ATF-Regressionssuite macht das Brazil-Upgrade planbar: Der Nachtlauf zeigt Abweichungen, bevor sie jemand im Betrieb bemerkt, und Ihre Key User konzentrieren sich im Dezember auf neue Funktionen statt auf Wiederholungen.

Der ATF Quick Check liefert in rund einer Woche eine priorisierte Testlandkarte für Ihre Instanz. Sie gehört Ihnen, und Sie entscheiden danach, ob Sie die Umsetzung mit Ihrem Team oder gemeinsam mit mir angehen.

ServiceNow ATF Beratung ansehen oder direkt ein Erstgespräch vereinbaren.

Quellen

Lassen Sie uns Ihr Projekt zum Erfolg führen!

Michael Moch
ServiceNow-Implementierungsberater
0173 941 62 29
michael.moch@michael-moch-consulting.com

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